Wärchbrogg-Gruppenleiter Thomi Seiler liebt die Menschen und die Natur. Immer wieder ist er draussen: Dann geht und fährt er über Stock und Stein oder fliegt durch die Lüfte.
Der Mann strahlt, als sei er eben von einem Viertausender zurückgekehrt. Aber Thomi Seiler ist ganz auf dem Boden. Vor zwei Jahren ist er zum Wärchbrogg-Team gestossen, wo es ihm voll behagt. Als Gruppenleiter betreut er etwa zehn Mitarbeitende, macht mit ihnen Zielvereinbarungen und ist da, wo sie ihn brauchen. Zusätzlich ist er Stellvertreter von Rolf Forster, dem Leiter Verkauf und Produktion.
Anderes Bedürfnis
Zwanzig Jahre lang hat Thomi Seiler (52) auf seinem Beruf als Maschinenmechaniker gearbeitet. «Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich noch etwas anderes machen wollte. Eine Tätigkeit, die nicht nur mit Technik, sondern auch mit Menschen zu tun hat.» Schon früher schnupperte er mal zwei Wochen in einer geschützten Werkstätte.
Als keine Stelle frei war, blieb Seiler bei seinem Job. Bis vor acht Jahren. «Damals hatte ich einen Unfall mit dem Mountainbike, der es mir verunmöglichte, meinen Beruf weiter auszuüben.» Dafür rückte sein anderes Bedürfnis wieder ins Zentrum: Die IV bezahlte ihm eine Umschulung zum Arbeitsagogen. Seiler ging nach Biel, machte die Ausbildung und arbeitete parallel dazu als Gruppenleiter in einer geschützten Werkstätte.
Biel hat ihm sehr gefallen. «Ich wählte die Stadt bewusst. Sie ist zweisprachig und hat als Arbeiterstadt eine bunt gemischte Bevölkerung mit verschiedenen Kulturen und Mentalitäten. Es hat viele Gastarbeiter aus Spanien, Italien, Portugal. Die Stadt ist überschaubar, und die Natur mit dem Jura ist sehr nah.» Fünf Jahre lang blieb Seiler in Biel, bevor er sich auf ein Inserat hin für den Job in der Wärchbrogg meldete.
In der Natur
In seiner Freizeit ist Thomi Seiler gerne in der Natur unterwegs. Im Winter macht er Skitouren, im Sommer geht er zu Fuss in die Berge oder fährt Mountainbike. Vor allem aber ist er ein begeisterter Gleitschirmflieger. «Früher bin ich Delta gesegelt. 1986 machte ich das Brevet für den Gleitschirm.» Seitdem fliegt er am liebsten Strecken, oftmals hin und zurück. «60 bis 70 Kilometer liegen schon drin. Da ist man 4 bis 5 Stunden in der Luft.»
Seiler fliegt nicht nur in der Innerschweiz, sondern auch im Wallis, in Graubünden oder im Berner Oberland. Oft ist er mit seinen Kollegen vom Gleitschirmclub Matthorn/Alpnach unterwegs.
Freiheit in der Luft
Was soll er lange erklären, warum er das gerne macht? Seiler strahlt. «Du spürst beim Fliegen eine Art Freiheit, wie man sie sonst nicht hat. Es gibt Flüge, wo man einfach dahin-gleiten kann. Dann kann ich singen und habe ein Hochgefühl.»
Früher ist er viel und lange gereist, auf allen Kontinenten. Thomi Seiler hat die Welt gesehen. Inzwischen beschränkt er sich auf kürzere Reisen in Europa oder geniesst sein Zuhause. Mit seiner Partnerin lebt er in Sachseln in einem alten Haus mit viel Umschwung. Die Natur ist nah, was will er mehr? «Das Materielle hatte bei mir nie einen grossen Stellenwert. Etwas erleben zu können, das hat mir immer mehr bedeutet.»