Porträt

Hans Steiner – der Uhren-Tüftler

von Ruedi Rey

Hans Steiner sammelt Uhren. Er kann die einfacheren Modelle auch selber reparieren. Inzwischen ist sein Tresor schon gut gefüllt. Das ist seine Altersversicherung.

pb. Hans Steiner zieht eine kleine, schwarze Box aus der Tasche. Eine Uhr liegt darin. «Mercedes Benz Swiss Collection». «Eine Titan-Uhr», sagt Hans. «Die hat mir gestern ein Kollege geschenkt. Sie ist 28 Jahre alt. Ich schätze ihren Wert auf rund 5000 Franken.» Hans Steiner besitzt ein paar wertvolle Uhren, aber auch ganz normale. «Mir gefallen die Formen, Farben, Eigenheiten der verschiedenen Modelle. Manchmal nehme ich ein paar Uhren aus dem Tresor und betrachte sie. Das macht mir einfach Freude.»

Neu aufgeflammt

Schon vor 30 Jahren, als Hans Steiner in einem Brockenhaus arbeitete, interessierte er sich für Uhren. «Damals sammelte ich Wanduhren. Ich besass fast 40 Modelle. Bei meiner Scheidung habe ich sie alle verloren.» Vor fünf Jahren ist die Leidenschaft wieder aufgeflammt. «Jetzt interessieren mich Armbanduhren. Inzwischen habe ich 160 Armbanduhren, 55 Taschenuhren und zwei bis drei Pendülen oder Wanduhren.»

Selber reparieren

Die meisten Uhren bekommt Hans Steiner von Kollegen oder Bekannten geschenkt, die von seinem Hobby wissen. «Ich nehme auch kaputte Uhren. Sie müssen mir einfach gefallen.» Als «Hobby-Uhrmacher» besitzt Hans ein kleines Set mit feinen Uhrwerkzeugen, um die gröbsten Sachen selber reparieren zu können. «Die schwierigen Fälle oder die teureren Uhren bringe ich lieber zum Fachmann.» Die Uhren bewahrt er in einem Tresor auf. «Man weiss nie. Die Uhren sind meine Kapitalanlage, wenn ich mal in finanzielle Nöte kommen sollte.»

Seit zwei Jahren ist Hans Steiner in der Wärchbrogg. Der gelernte Möbelschreiner arbeitete lange Jahre in diversen Bereichen mit harter körperlicher Arbeit (Zügeln, Alteisen, Getränke ausfahren). Die Drogenszene hat er hinter sich gelassen. Vor 20 Jahren erlitt er zwei Herzinfarkte. «Mir geht es viel besser heute. Ich bin froh, dass ich in der Wärchbrogg sein kann. Hier hat es gute Leute und die Arbeit ist abwechslungsreich.»

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