Porträt

Norbert Bucheli: Erste Erfahrungen, Eindrücke – und eine Entengeschichte

Norbert Bucheli ist seit Januar 2020 der neue Geschäftsleiter der Wärchbrogg.

Norbert Bucheli ist seit Januar 2020 der neue Geschäftsleiter der Wärchbrogg.

Seit Anfang 2020 hat die soziale Institution Wärchbrogg einen neuen Geschäftsleiter. Norbert Bucheli, Jahrgang 1962, über Herausforderungen und Stärken – und was es mit der Bucheli-Ente auf sich hat.

 

Norbert Bucheli, was sind Ihre ersten Eindrücke von der Wärchbrogg?
Norbert Bucheli: Ich nehme einen kollegialen, wohlwollenden, unterstützenden Umgang miteinander wahr. Der Betrieb ist geprägt von der hohen Kompetenz der Personen, die hier arbeiten, die ideenreich sind und unkonventionell denken. Schlanke Abläufe prägen den Arbeitsalltag, alles ist gut organisiert, gerade hinsichtlich Qualität und Sicherheit. Aber auch in der Agogik und bei den Prozessabläufen überzeugt die Struktur. Beeindruckend sind die sehr gute Zusammenarbeit mit Behörden und Dienststellen sowie die kooperativen Gespräche mit andern Institutionen.

Sie kommen aus der Privatwirtschaft. Bringt der Wechsel zu einer sozialen Institution Überraschendes mit sich?
Von Haus aus bin ich Betriebswirtschafter und aus dieser Sicht sehe ich keine grossen Unterschiede. Allerdings sind die Ansprechgruppen der Wärchbrogg vielseitiger: Behörden, Verbände, Institutionen, Stiftungen, Spendende, Banken, Kunden, der Kanton. Herausfordernd ist das Abwägen zwischen sozialer und wirtschaftlicher Ausrichtung. Und die Führung des Personals ist anspruchsvoll, direkter und konsequenter.

In den ersten Tagen und Wochen haben Sie in den unterschiedlichen Betrieben selber Hand angelegt. Warum?
Ich wollte den Puls fühlen und die Menschen und ihre Arbeit im direkten Kontakt kennenlernen. Dieses Herantasten war sehr wertvoll, interessant, auch lustig. Ertönte die Pausenglocke, war ich überrascht, wie rasch ich jeweils allein im Raum war. Und abends war ich wirklich müde vom Briefe verpacken, Werbemittel versenden, Früchtekörbe rüsten, Käsetheke reinigen oder Kaffee brauen.

Worüber haben die Mitarbeitenden mit Ihnen denn gesprochen?
Über alles Mögliche, es gab keine Berührungsängste. Besonders amüsant fand ich das Gespräch zu meinem Familiennamen. Ein Mitarbeiter erklärte mir, dass die Bucheli-Ente in unserem Sprachgebrauch gar keine Ente sei. Die richtige Bezeichnung sei Blässhuhn, deshalb handle es sich um ein Huhn und nicht um eine Ente.

Arbeit bedeutet Integration, Dazugehören. Hauptauftrag der Wärchbrogg ist es, für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung sinnvolle Arbeitsplätze zu schaffen. Was kann die Gesellschaft zur Integration beitragen?
Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin ist ein Individuum. Jeder hat die gleiche Aufmerksamkeit verdient. Mir ist wichtig, dass wir uns natürlich und respektvoll begegnen. Jeder ist ein Teil der Gesellschaft, wir können voneinander lernen. Wenn wir gegenseitiges Interesse zeigen, trägt dies zur Integration bei.

(Das ganze Interview finden Sie in der kommenden Ausgabe der Wärchbrogg-Zytig Nr. 20)

Interview: Nicole Habermacher

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