Porträt

Monica Weibel: «Ich gehe dankbar, glücklich – und gespannt!»

Ende 2019 tritt Geschäftsleiterin Monica Weibel nach zwölf erfolgreichen Jahren zurück. Ein Gespräch über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges.

Ende 2019 tritt Geschäftsleiterin Monica Weibel nach zwölf erfolgreichen Jahren zurück. Ein Gespräch über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges.

Ende 2019 tritt Geschäftsleiterin Monica Weibel nach zwölf erfolgreichen Jahren zurück. Ein Gespräch über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges.

 

Monica Weibel, mit welcher Vision bist du vor zwölf Jahren als Wärchbrogg-­Geschäftsleiterin gestartet?
In der ersten Ausgabe der ­Wärchbrogg-Zytig im April 2010 erschien ein Bericht darüber: «Arbeit für alle – eine Vision oder eine reale Möglichkeit?». Ich war immer überzeugt, dass angepasste Arbeitsarrangements auch Menschen mit einer Beeinträchtigung Selbstwert und Anerkennung vermitteln, soziale Kontakte schaffen und die Grundlage für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung sind. Wertschöpfend und produktiv zu arbeiten und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, war eine meiner Visionen.

Was waren deine Wärchbrogg-Höhepunkte?
Die Begegnungen mit der Wärch­brogg-Gründerin Gertrud Schreiber waren immer beeindruckend. Die Einführung des Wärch­Ateliers und das Erreichen der ISO-Zertifizierung, das 50-Jahr-Jubiläum in der Kornschütte 2012, die Weiterentwicklung im Detailhandel sind weitere Highlights. Stolz bin ich auf das Projekt Quai4 und insgesamt auf die Öffnung der Wärch­brogg nach aussen. Dank der finanziellen Unterstützung durch Stiftungen und Spender haben wir Projekte realisiert, die sonst nicht möglich gewesen wären. Ihnen gilt grosser Dank.

Und was war schwierig?
Die Abschiede von Fachpersonal und Mitarbeitenden, Abschiede, die unterschiedliche Gründe hatten. Dazu zählen auch Todesfälle, die mich sehr betroffen machten, oder Mitarbeitende, die uns aus gesundheitlichen Gründen verliessen. Wenn Wege sich trennen, geht es nicht nur um die Sache oder einen Konflikt, dahinter stehen Menschen mit ihren Geschichten.

Nun verlässt du die Wärchbrogg Ende Jahr. Was sind deine Pläne?
Ich habe das grosse Glück, meinem Lebensweg eine neue Richtung zu geben. Ich darf mit meinem Lebenspartner Urs ­Joseph Schreiber den «Weg des Lebens», einen Raum für Lebens-, Gesundheitsberatung und Therapien, führen. Damit verwirklichen wir einen Lebenstraum. Ich freue mich darauf, auch etwas kürzerzutreten und, um viele Erfahrungen reicher, meiner Berufung zu folgen. Es ist schön, zusammen mit meinem Partner dieses Angebot realisieren zu dürfen.

Woher nimmst du die Energie, noch einmal etwas Neues anzupacken?
Mit Lebens- und Gesundheitsthemen setze ich mich seit jeher auseinander, weil mich die Themen Gesundheit, Ernährung, Energiearbeit und Entspannung faszinieren. Genau daraus und aus den entsprechenden Weiterbildungen ziehe ich viel Kraft. So habe ich mich vor Jahren zur Reiki-Meisterin ausbilden lassen. Neues lerne ich auch bei der Weiterbildung zur Hildegard-Beraterin (Ernährungslehre nach Hildegard von Bingen, Anm. d. Red.). Dieses Wissen weiterzugeben und Menschen zu unterstützen, Körper, Geist und Seele zu stärken, ist eine wunderbare Aussicht und entsprechend energievoll.

Welche Wärchbrogg-Erfahrungen nimmst du mit?
Das Wirken für die und das Entwickeln der Kernaufgabe der Wärchbrogg, Arbeitsplätze zu schaffen für beeinträchtigte Menschen. Ich bin dankbar, dass ich Führungsaufgaben, Projektentwicklung und alles, was mich persönlich herausforderte, als wertvolle Erfahrungen mitnehmen kann.

Auf die Frage, was sie der Wärchbrogg wünsche, hat Gründerin Gertrud Schreiber einmal gesagt: «Dass sie stehts eine so gute Leiterin wie Monica Weibel hat.» Was wünschst du der Wärchbrogg?
Die Wärchbrogg-Kultur beruht auf Vertrauen, Arbeitsfreude, Begeisterungsfähigkeit und Tatkraft. Ich wünsche allen in der und um die Wärchbrogg, dass sie diesen unverwechselbaren «Wärchbrogg-Geist» weitertragen. Meinem Nachfolger Norbert Bucheli wünsche ich Energie, Neugier und Offenheit für die Menschen und die Projekte, sodass die Wärchbrogg neben guter Betriebswirtschaftlichkeit eine Brücke zur Arbeitswelt bleibt für Menschen mit erschwertem Zugang zum ersten Arbeitsmarkt. Für sie soll die Wärchbrogg weiterhin da sein.

Interview: Nicole Habermacher

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