Wärchbrogg

Bio Suisse: «Unser Ziel ist das Bioland Schweiz»

Balz Strasser von Bio Suisse: «Die Betriebe haben eine ­Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern und auch gegenüber sich selbst.» (Bild: Jakob Ineichen)

Die Restaurant Quai4 setzt in Zukunft ausschliesslich auf biologische Produkte. Eine wichtige Grundlage sind die Knospe-Richtlinien von Bio Suisse. Die Wärchbrogg-Zytig wollte von Balz Strasser, Geschäftsführer Bio Suisse, wissen, was er unter Nachhaltigkeit versteht und ob soziale Unternehmen auch nachhaltig sein können.

Balz Strasser, Nachhaltigkeit ist ein Begriff, den viele propagieren und der oft schnell in den Mund genommen wird. Wie definieren Sie Nachhaltigkeit?
Balz Strasser: Es stimmt. Nachhaltigkeit ist in aller Munde und wird von vielen Unternehmen auch zu Imagezwecken gebraucht. Meiner Erfahrung nach merken die Kunden rasch, ob es jemand ernst meint oder nur Greenwashing betreibt. Insofern definiere ich Nachhaltigkeit als wahrhaftig verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen in Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Bei Bio Suisse wollen wir den Menschen eine gute Lebensgrundlage bieten, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu beeinträchtigen.

Was sind die Stärken der Nachhaltigkeit von Bio Suisse?
Damit wir unser Ziel erreichen, müssen wir die Interessen von Mensch, Tier und Natur ins Gleichgewicht bringen. Darauf richten wir unser Handeln aus. Wichtigstes Instrument sind dabei die Richtlinien für die Verwendung der Knospe. Unsere Regeln zählen zu den strengsten weltweit. Und mit regelmässigen Kontrollen stellen wir sicher, dass sie auch eingehalten werden.
Bio Suisse verzeichnet jährlich ein Wachstum. Wachstum beinhaltet auch Klippen. Immer grössere Betriebe sind nicht einfach bessere Betriebe. Immer mehr ist nicht notwendigerweise wünschenswerter.


Wie sorgen Sie dafür, dass auch das Wachstum nachhaltig sein wird?
Wachstum darf nie ein Selbstzweck sein. Da haben Sie recht. Viele unserer Betriebe punkten mit einer Mehrwertstrategie und reellen Innovationen. Wenn zum Beispiel ein kleiner Betrieb neue Wege in Anbau und Verarbeitung geht, bleibt für ihn am Ende mehr im Portemonnaie. Weil viele dieser Betriebe ihre Produkte direkt an eine treue Kundschaft verkaufen, spüren sie auch weniger Druck vom Markt. Das Resultat? Zufriedenheit und Nachhaltigkeit.

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