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Der erste Schritt ist wichtig

Zippora Marti (25) achtet darauf, dass sie möglichst wenig Abfall produziert und auch sonst die Ressourcen schont. Gerne kauft sie im Quai4 ein, wo sie diesen Herbst auch Workshops anbietet.

Zippora Marti: «Der Quai4-Markt leistet mit seiner Abfüllerei ­Pionierarbeit.»

pb. «Zero Waste» (Null Müll) heisst die internationale Bewegung, mit deren Anliegen sich Zippora Marti identifizieren kann. «Ziel ist, weniger oder überhaupt keinen Abfall zu produzieren. Am besten ist es, Kehricht gar nicht erst entstehen zu lassen.» Mit andern Worten: weg mit den Verpackungen, den Plastiksäcklein, den Einwegflaschen!

Mit dieser Sensibilität für das möglichst verpackungsfreie Einkaufen wurde die in Luzern lebende Zippora Marti bald auf den Quai4-Markt aufmerksam. «Der Quai4 leistet mit seiner Abfüllerei Pionierarbeit.» Die engagierte Frau bietet ihr Wissen über «Zero Waste» diesen Herbst im Quai4 in mehreren Workshops an. Sie will die Leute nicht nur motivieren, bewusster und nachhaltiger zu konsumieren. Sie zeigt auch konkret auf, wie man das Schritt für Schritt praktisch umsetzen kann: ob in der Küche, bei der Kosmetik und Hygiene oder beim Kleiderkauf.

Ein neues Lebensgefühl

Vor ein paar Jahren hat es die Bernerin nach Luzern verschlagen, wo sie als Schnitttechnikerin in einer Bekleidungsfirma arbeitete. Damals begann Sie sich zu fragen, woher die Kleidungsstücke kommen und wie sie produziert werden. «Ich beschäftigte mich immer stärker damit, wie wir Menschen eigentlich leben und was wir persönlich zu einem nachhaltigen Umgang mit Mensch, Tier und Ressourcen beitragen können.» Schritt für Schritt entdeckte sie ein neues Lebensgefühl. Das will sie auch in den Workshops vermitteln: «Den ersten Schritt muss jeder selber tun, doch das Wissen und nicht zuletzt viel Inspiration, das kann ich bieten.»

Mehrweg statt Einweg

Wenn sie Kleider kauft, sind es oft Secondhand-Stücke. Sie achtet auf natürliche oder wieder­verwertbare Materialien. Grundsätzlich geht es darum, Einwegprodukte durch Mehrwegartikel zu ersetzen und unverpackt einzukaufen. So füllt sie unverpackte Ware in Stoffsäcklein oder Gläser ab oder verwendet statt flüssiges Shampoo in der Plastikflasche ein Stück festes Shampoo. Vor bald einem Jahr stellte sie ihre Ernährung auf Vegan um. Generell achtet sie darauf, ihren Besitz zu reduzieren, einen gewissen Minimalismus zu leben. «Das heisst für mich, nichts Überflüssiges anzuschaffen oder anzuhäufen.»

In der ersten Zeit seien diese Handlungsweisen noch ein bisschen exotisch gewesen. «Ich musste den Leuten oft erklären, warum ich das mache. Inzwischen kenne ich viele andere, die auch damit begonnen haben. Das Netzwerk vergrössert sich und du merkst, dass Veränderungen möglich sind.» Früher habe sie gedacht, dass man eh nichts machen könne. «Aber von Anfang an aufzugeben, nützt erst recht nichts.» Indem sie sukzessive daran ging, ihren Konsum zu reduzieren und auf Nachhaltigkeit zu achten, hat sich ihre Gewissheit bestärkt. «Mit jeder Entscheidung, die ich treffe, kann ich das Geschehen auf der Welt beeinflussen.»

Workshops im Quai4:
6. Oktober, 9–12 Uhr
10. November, 9–12 Uhr
Weitere Informationen: www.zippora.ch

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