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Es geht – nicht nur – um Geld

Über 33 000 Franken wurden über die Funders-Plattform der Luzerner Kantonalbank AG (LUKB) für den Umbau der Quai4-Terrasse gesammelt. Was macht ein Funders-Projekt erfolgreich? Und: Was verspricht sich die LUKB vom Crowdfunding?

Daniel Lütolf: «Ich will selber auch, dass ein ­Projekt erfolgreich ist.»

pb. Dank Crowdfunding können Einzelpersonen, Unternehmen oder Organisationen via Internet Gelder sammeln, um ein klar definiertes Projekt zu realisieren. «Das Prozedere scheint einfach, aber der Aufwand darf nicht unterschätzt werden», sagt Daniel Lütolf, Manager der Plattform Funders. Sie wurde 2016 von der Luzerner Kantonalbank AG (LUKB) ins Leben gerufen.

Öffentlichkeit ist wichtig

«Es war eine erfolgreiche Zusammenarbeit», sagt Daniel Lütolf zum Projekt Terrassenumbau Quai4. «Geholfen hat auch, dass die Wärchbrogg über einen externen Marketingspezialisten verfügt, der sich kompetent engagierte.» Damit ein Projekt das Ziel erreiche, müssten ganz viele Faktoren zusammenspielen. «Es reicht nicht, das Projekt aufzuschalten und Flyer zu verteilen. Es muss eine schlüssige Geschichte aufbereitet und erzählt werden, damit sie möglichst me­dien­wirksam wird.»

Schon im Vorfeld gelte es, im Umfeld des Projektes Partnerschaften zu mobilisieren, die an der Aktion partizipieren. Die präzise Vorbereitung sei das eine, das Engagement und die Bereitschaft, möglichst viele Menschen zu mobilisieren, das andere. «Das beginnt ab dem ersten Tag, da ein Projekt aufgeschaltet ist. Wichtig ist, an die Öffentlichkeit zu gehen und mit besonderen Aktionen auf das Projekt aufmerksam zu machen. Je besser man das macht, desto eher stellt sich der Erfolg ein.»

Crowdfunding hat laut Daniel Lütolf auch einen guten Neben­effekt. «Bei solchen Aktionen wer­den in den Betrieben und Organisationen, die ein Projekt lancieren wollen, neue Kräfte mobilisiert. Das hat auch eine Wirkung nach innen.» Es geht um Kommunikation, Betriebskultur, Marketing, Partizipation. Solche Prozesse könnten Teams und Mitarbeitende zusammenschweissen. Man kämpft für eine gemeinsame Sache. «Das wirkt nachhaltiger, als einfach ein Darlehen auf privater Basis zu erhalten.»

Persönliches Engagement

Die LUKB hat ihre Crowdfunding-Plattform Funders im Juni 2016 lanciert. Seitdem wurden 140 Projekte realisiert, mit einer Erfolgsquote von 77,3 Prozent, was in der Schweiz einen Spitzenwert darstellt. Knapp 3 Millionen Franken von 10 000 Funders wurden gesammelt. Darunter waren mehrere Grossprojekte mit Beträgen von über 100 000 Franken. Stolz verweist Daniel Lütolf auf ein paar schweizerische Rekorde: Für den Bau des neuen Sta­dions Kleinfeld des SC Kriens kamen mit 1013 Unterstützern 281 194 Franken zusammen. Und das Luzerner Sinfonieorchester (LSO) hat für sein ­neues Probenhaus mit Funders gar 578 705 Franken gesammelt.

Zur Qualität von Funders gehört eine persönliche und engagierte Betreuung, wie sie durch Daniel Lütolf und seine zwei Mitarbeitenden gewährt ist. Daniel Lütolf kennt praktisch jedes Projekt in- und auswendig. Er denkt mit, macht Vorschläge, bietet Hand, legt sich ins Zeug. Das sei für ihn selbstverständlich, meint er mit einem Lächeln. «Ich will ja selber auch, dass ein Projekt zum Erfolg kommt.»

Ab 2022 rentabel

Die LUKB hat im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie das Crowdfunding zu einem Leuchtturmprojekt erklärt. «Die Bank muss täglich Sponsoringanfragen ablehnen. Mit Funders kann sie nun eine zusätzliche Option anbieten, wie Leute ein Vorhaben doch noch realisieren können.» Wie stark profitiert die Bank davon? Die LUKB habe mit Funders bis jetzt noch keinen Rappen verdient, sagt Daniel Lütolf. «Es ist ein langfristiges Vorhaben. Erst ab 2022 dürfte Funders für die LUKB rentabel werden.»

Dieses Jahr hat die LUKB mit «crowdlending» ein weiteres Projekt lanciert, mit dem auch crowdbasierte Kredite (Schwarmkredite) ermöglicht werden können, eine Finanzierungsform, die primär auf KMU ausgerichtet ist.

Weitere Informationen: www.funders.ch

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