Blick in die Zukunft
Da Stillstand bekanntlich Rückschritt bedeutet, planen wir heute die Wärchbrogg von morgen. Wir erkennen gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklungen rechtzeitig und richten uns danach aus. Immer wieder dürfen wir, auch dank unserer grosszügigen Unterstützer, neue Arbeitsbereiche schaffen und damit mehr Menschen mit Beeinträchtigung einen Arbeitsplatz bieten.
Heute
In der mit 10 Personen begonnenen Werkstätte arbeiten heute rund 160 Menschen mit Beeinträchtigung in der Werkstatt, dem Detailhandel, der Gastronomie, der Hauswirtschaft und der Citylogistik. Einige von ihnen schaffen jedes Jahr den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt. So hat sich aus dem Hilfswerk ein professionelles Unternehmen entwickelt, das aus dem sozialen Netz des Kantons Luzerns nicht mehr wegzudenken ist.
Neueröffnung XUND Bistro
Gastronomische Leitung des XUND Bistro.
Unser Gastroteam betreut und bewirtschaftet das Bistro von XUND in Luzern - dem Ausbildungsstandort für Aus- und Weiterbildung von qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswesen. Wir bereiten täglich vor Ort frische Speisen zu, füllen den Essenscounter auf und sorgen dafür, dass der Essbereich gepflegt und einladend ist - damit sich jeder Gast rundum wohlfühlt. Unser gesamtes Take-Away-Angebot dürfen wir in der top ausgestatteten Küche vor Ort produzieren.
Umzug Markt Baselstrasse und Zusammenschluss mit Citylogistik
Zwei Teams, ein Standort.
Der Markt an der Baselstrasse ist nur ein paar Dutzend Meter weiter in ein neues Lokal gezogen. Auch die Citylogistik der Wärchbrogg ist jetzt in den gleichen Räumlichkeiten untergebracht. Gebündelte Kräfte für einen reibungslosen Service an unsere Kund:innen.
Ausbau Hauswirtschaft
Reinigungsarbeiten, Waschen und Bügeln - alles inhouse.
Der Bereich Hauswirtschaft umfasst drei Arbeitsfelder: Reinigung, Abwaschen (Restauration), Wäscherei. Die Wäscherei durfte dank einem Spendenprojekt ausgebaut werden und kann dadurch nun die gesamte Wäsche aller Abteilungen inhouse bearbeiten.
Eröffnung Postagentur Alpenquai
Einkaufen und Postgeschäfte erledigen.
Auch im Markt Alpenquai können neu nebst dem Markt Baselstrasse während den allgemeinen Markt-Öffnungszeiten folgende Dienstleistungen der Post bezogen werden: Briefe und Pakete ins In- und Ausland aufgeben, Einschreiben versenden, Briefmarken kaufen, Bargeld beziehen, Pakete und eingeschriebene Briefe abholen Einzahlungen tätigen, Pick Post.
Wir starten mit Ausbildungen
Ein weiterer Meilenstein ist erreicht.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Wärchbrogg bieten wir IV-unterstützte Ausbildungen an. Im Detailhandel und in der Gastronomie dürfen wir die ersten Lernenden begrüssen, welche je nach Fähigkeit eine praktische Ausbildung, ein Vorlehrjahr, eine EBA- oder eine EFZ-Lehre absolvieren. Wir freuen uns sehr, in Zukunft junge Menschen bei ihrem Berufseinstieg zu begleiten.
Neues Erscheinungsbild für die Wärchbrogg
Zum Jubiläum ein Geschenk, das sich sehen lässt!
Zum 60. Geburtstag schenken wir uns einen neuen Firmenauftritt. Neu sind alle Betriebe unter dem Namen Wärchbrogg vereint. Die Bildmarke in Form der «Blume» aus dem ehemaligen Logo des Quai4 haben wir behalten: diese «Blume» symbolisiert für uns Einigkeit in der Vielfalt und den grossen Zusammenhalt, welchen wir jeden Tag bei unserer Arbeit erleben dürfen.
Citylogistik Wärchbrogg
Die Wärchbrogg baut einen nachhaltigen Lieferdienst auf
Neue Arbeitsplätze schaffen und einem oft geäusserten Kundenbedürfnis entsprechen: dies war unsere Motivation, ein weiteres Standbein aufzubauen. Die Kunden kaufen bei uns ein und lassen sich die Ware an ihren Wunschort liefern. Unsere motivierten Fahrerinnen und Fahrer erledigen dies schnell und zuverlässig mit umweltfreundlichen E-Bikes. Auch kooperieren wir mit regionalen Produzenten und Firmen und erledigen die Endauslieferung an deren Kunden. Besonders freut uns, dass wir weitere Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung schaffen konnten.
Stilvoll geniessen im Bistro Quai4
Die Wärchbrogg hat ihr Gastronomieangebot erweitert: Seit Dezember 2019 betreibt sie in der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) mitten in Luzern das Bistro Quai4.
Im stilvollen Ambiente der 1950er-Jahre und ausgestattet mit dem umfassenden Zeitschriften- und Zeitungsangebot der ZHB bietet das Bistro Quai4 süsse und salzige Snacks, Salate und Suppen sowie warme und kalte Getränke. Alles wird frisch zubereitet, Regionalität und Nachhaltigkeit werden auch im Bistro Quai4 grossgeschrieben. Durch den Bistrobetrieb konnte die Wärchbrogg 4 weitere Stellen für psychisch beeinträchtigte Menschen schaffen, mitten im belebten Zentrum von Luzern.
Umbau Quai4-Markt
Nach einer kurzen Erweiterungsphase öffnet der Quai4-Markt im Februar 2017 seine Tore wieder. Das einladende Ambiente und das angepasste Sortiment stossen auf grosse Resonanz.
Im Quai4-Markt finden die Mitarbeitenden sinnvolle Arbeitsplätze. Sie bedienen nun die Kundschaft: einerseits durch den Offenverkauf an der Käsetheke, andererseits in der neu geschaffenen kleinen italienischen Kaffeebar. Die Abfüllerei mit rund 100 Trockenprodukten muss sorgfältig betreut werden. Hier füllen die Kunden selber ihre Produkte in der gewünschten Menge ab oder lassen sich bedienen. Viel frisches Gemüse und Obst, immer regional, saisonal und bio, runden das Angebot ab. Die Wärchbrogg ermöglicht mit diesem Angebot und ihrer nachhaltigen Philosophie ein zeitgemässes Einkaufserlebnis, wie zahlreiche Kunden zurückmelden.
Eröffnung Quai4
Die Wärchbrogg expandiert: 2014 eröffnet sie am Alpenquai 4 einen Lebensmittelladen, den künftigen Quai4- Markt, und das neue Restaurant Quai4. Das Projekt Quai4 ist auch für das Tribschenquartier ein Gewinn.
Innovativ erweitert die Wärchbrogg das Arbeitsangebot für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen einmal mehr: Im Lebensmittel-Detailhandel sind künftig zehn Mitarbeitende tätig, in der Gastronomie zwölf Mitarbeitende. Diese werden von Fachpersonal begleitet und unterstützt. Da die Arbeitsplätze nahe am ersten Arbeitsmarkt sind, erhöhen sich die Chancen auf eine entsprechende Wiedereingliederung. Nach und nach wird in beiden Betrieben verstärkt auf die Philosophie «regional, saisonal, bio» gesetzt. Das attraktive Angebot findet Zuspruch und wird bestens im Quartier aufgenommen. Die Wärchbrogg kann bei der Umsetzung auf die breite Unterstützung von Stiftungen, Firmen und Privatpersonen zählen.
Quartierlade Baselstrasse
Die Wärchbrogg übernimmt am 1. März den Lebensmittelladen vom Verein Quartierlädeli an der Baselstrasse. Sie schafft im Quartierlade weitere Stellen für beeinträchtigte Menschen.
Bereits im Quartierlädeli fanden psychisch beeinträchtigte Menschen eine Anstellung – eine ideale Ausgangslage für die Wärchbrogg, die die Arbeitsstellen an der Baselstrasse weiter ausbaut. Nun finden psychisch beeinträchtigte Menschen auch im Verkauf eine Arbeit, bis anhin waren sie vor allem für den Hauslieferdienst im Einsatz. Innert weniger Monate wird die Lokalität, die seit 25 Jahren ein sozialer Quartiertreffpunkt ist, Anfang 2012 leicht umgebaut und zum Quartierlade erweitert. Das Angebot umfasst rund 1000 Artikel für den täglichen Bedarf und frische Grundnahrungsmittel. Ausgebaut wird auch der erfolgreiche Hauslieferdienst. Dieser hat in den zurückliegenden Jahren einen Grossteil zum Umsatz beigesteuert.
Eröffnung WärchAtelier
Die Wärchbrogg schafft ein neues Angebot mit Tagesstruktur für psychisch stärker beeinträchtigte Menschen. Im WärchAtelier stehen kreatives Tun und einfache Abpackarbeiten im Zentrum.
Die geschützten Arbeitsplätze in der Wärchbrogg stossen auf grosse Resonanz. Durch eine Raumerweiterung werden im April 2011 weitere sieben Vollzeitstellen für 14 Personen geschaffen. Es sind Stellen für Menschen, die gesundheitlich bedingt oder altershalber in ihrer Arbeitsleistung eingeschränkt sind. Das WärchAtelier steht aber auch Mitarbeitenden aus der Produktion offen, die noch stärker angepasste Arbeitsplätze benötigen. Im WärchAtelier werden einfache Auftragsarbeiten unter weniger Zeitdruck ausgeführt. Das WärchAtelier bietet auch Raum für kreative Arbeiten. Zwei Gruppenleiterinnen der Wärchbrogg begleiten und unterstützen die Mitarbeitenden.
Umbau und Ausbau
Anfangs 2010 kann die Fläche der Wärchbrogg auf rund 1000 m2 vergrössert werden. Zwei neue Hygieneräume ermöglichen neue Arbeitsfelder. Es werden fünf zusätzliche Arbeitsplätze für zehn Mitarbeitende geschaffen.
An der Einweihungsfeier im Juni 2010 nehmen über 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sozialem teil. Für Irmgard Dürrmüller, Leiterin DISG, ist die Wärchbrogg «nicht irgendeine geschützte Werkstätte, für uns ist die Wärchbrogg eine Firma, die gezielt auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingeht und sehr nahe am Markt ist». 2011 folgt mit der Eröffnung des WärchAteliers eine nächste Erweiterung um sieben Arbeitsplätze für 14 Mitarbeitende mit besonderen Bedürfnissen. In den beiden Angeboten leisten nun 74 Mitarbeitende insgesamt 84 000 Arbeitsstunden jährlich. 2012 übernimmt die Wärchbrogg den «Quartierlade» an der Baselstrasse. Dieser bietet fünf neue Arbeitsplätze für zehn Mitarbeitende, die von drei Fachpersonen geführt werden.
Unter neuen Vorzeichen
Zum 40-Jahr-Jubiläum erhält die Geschützte Werkstätte Alpenquai ein neues Erscheinungsbild und den neuen Namen: «Wärchbrogg». Die neue Bezeichnung soll bei den Beteiligten für mehr Identifikation sorgen.
Der neue Name der Werkstätte verstärkt die Botschaft, eine «Brücke zwischen Menschen und der Arbeit» zu sein. Die Jubiläumsfeier wird mit einem Tag der offenen Tür und über 300 Besucherinnen und Besuchern ein schöner Erfolg. Neu übernimmt Marcel Helfenstein innerhalb des Betriebs die Werkstattleitung. Die Akquisition wird erneut schwieriger. Dies vor allem, weil einfache Serienarbeiten in der Wirtschaft immer häufiger maschinell ausgeführt werden. Um noch ffizienter für die Druckindustrie arbeiten zu können, wird eine moderne Falzmaschine angeschafft. Aber auch die «Konkurrenz» durch mehr Arbeitsplätze im Behindertenbereich ist gestiegen.
Neuer Standort am Alpenquai 4
1990 läuft der Mietvertrag an der Werkhofstrasse aus. Am Alpenquai 4 können 460 Quadratmeter gemietet werden. 70 000 Franken werden investiert, um die Räumlichkeiten den Bedürfnissen der Werkstätte anzupassen.
Mit dem Umzug am 1. Februar 1991 wird auch der Name in «Geschützte Werkstätte Alpenquai» geändert. Inzwischen ist die Auftragsakquisition schwieriger geworden: Langjährige Kunden stellen den Betrieb ein oder verlegen ihre Produktion von Luzern weg. Die Konkurrenz von Niedriglöhnen im Ausland wird stärker spürbar und die Rezession beginnt auch auf die Werkstätte durchzuschlagen. In dieser Zeit fallen die jährlich geleisteten Arbeitsstunden von 56 184 (1988) auf 50 294 (1991). Es wird eine neue Trägerschaft gesucht und neben der katholischen, der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde und der Pro Senectute auch die IG Arbeit in die Trägerschaft aufgenommen.
Gemeinsam unterwegs
20 Jahre nach der Gründung steht das Arbeitszentrum wieder vor einem Umbruch. 1983 wird die Liegenschaft am Lindengartenweg verkauft. Ein neuer Standort muss gesucht werden.
Aufgrund der neuen Ausgangslage wird beschlossen, die Werkstätten «Lindengarten » und «Hof» unter einem Dach zu vereinen. Gemeinsam mit dem Arbeitszentrum «Brändi» werden die ehemaligen Räume der Cartonnage Fabrik AG an der Werkhofstrasse 10 bezogen. Für Werkstatt und Büro steht neu eine Fläche von 370 Quadratmetern zur Verfügung. Mit dem Umzug wird auch der Name geändert. In Anlehnung an den Standort nennt sich das Arbeitszentrum jetzt «Geschützte Werkstätte Tribschen». Die jährlichen Betriebsausflüge bleiben Tradition und bringen den Mitarbeitenden willkommene Abwechslung in den Arbeitsalltag.
«Lindengartenweg»
Die Abteilung «Gibraltar» wird an den Lindengartenweg 7 verlegt. Zickzack-Nähmaschinen ersetzen die alten Tretmodelle. Um die Aufträge der Metallindustrie zu bewältigen, werden in der Abt. «Hof» Werkzeugmaschinen angeschafft.
In den Werkstätten arbeiten jetzt rund 45 Frauen und Männer, einige haben bereits IV-Renten. Für diese wird zusätzlich ein vollamtlicher Betreuer eingestellt. 1974 zieht sich die Gründerin Gertrud Schreiber von der administrativen Leitung zurück. Mit Josef Zumbühl wird erstmals ein vollamtlicher Betriebsleiter gewählt. Er wird die Werkstätte bis 1992 leiten. Ab 1976 wird die Werkstatt von einem Verein getragen und nennt sich neu «Arbeitszentrum für Betagte und Behinderte». 1977 erlangt der Verein die Anerkennung als sogenannte «geschützte Werkstätte» gem. BSV und erhält neu Bundesbeiträge.
Abteilung «Gibraltar»
An der Gibraltarstrasse 11 im Haus des Vinzentiusvereins der Stadt Luzern – ein früheres Kindergartenlokal – wird die neue Abteilung «Gibraltar» eröffnet.
Nach einer Übergangslösung im Haus «Himmelrich» kann ab 1. September 1966 an der Gibraltarstrasse 11 ein früheres Kindergartenlokal gemietet werden. Hier wird künftig die Abteilung «Gibraltar» geführt. Im Dezember wird mit der ehemaligen Geschäftsfrau und Buchhalterin Bertha Roth (links hinten im Bild) eine tüchtige Leiterin angestellt. Neben kunstgewerblichen werden bald auch näherische Arbeiten erledigt. Elaste werden in Pyjamas eingezogen, Etiketten an Jacken genäht und Kissenüberzüge verfertigt. Die Nähmaschinen stellt die Caritaszentrale Luzern gratis zur Verfügung.
Abteilung «Hof»
Die Aufträge mehren sich, die Arbeit muss nun auch fachmännisch überwacht werden. Das führt zum ersten Ausbauschritt des Hilfswerks, das sich jetzt «Werkstätte für Betagte» nennt.
1965 übernimmt die «Stiftung für das Alter » (spätere Pro Senectute) das Patronat des Sozialwerks. Dank ihren Subventionen kann der pensionierte Schlossermeister Adolf Bossert (Zweiter von links) als Werkstättenleiter angestellt werden. Im gleichen Jahr zügelt die Arbeitswerkstätte in einen Saal des Hotels Kolping. Da der Hotelsaal jeweils am Abend geräumt werden muss, bezieht die Werkstatt im Herbst 1966 an der Weystrasse 2, in der ehemaligen «Hofschule», ein neues Domizil.
3. Oktober 1962
1962 beginnen vier Frauen im Konferenzzimmer des Pfarrhauses St. Leodegar im Auftrag der Luzerner Firma Hestia mit der Herstellung von Weihnachtsschmuck. Das ist der Anfang einer Erfolgsgeschichte.
Unter Aufsicht freiwilliger Helferinnen erwirtschaften die Frauen im ersten Monat 156.85 Franken, die entsprechend der Arbeitsleistung verteilt werden. Initiantin dieser Arbeitsgruppe für Betagte ist Gertrud Schreiber, die als Sozialarbeiterin bei der Pfarrei St. Leodegar angestellt ist. «Erstaunlich war, wie alles absichtslos begann und sich weiterentwickelte», blickt die Gründerin auf diese Anfänge zurück. Ihre Idee, mit Mustern für die Herstellung von Weihnachtsschmuck älteren Frauen eine Art Heimarbeit zu ermöglichen, wird zum Grundstein für die heutige Wärchbrogg.